Devins Mentaler Deload – 10 Tage Meditationsretreat über Neujahr

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Devin erzählt im Zuge seiner 12 Wochen Challenge von seinem Mental Deload. 10 Tage lang standen bei ihm Meditieren und Schweigen an. Und das ausgerechnet über Neujahr. Mehr dazu hier.

Mental Deload – 10 Tage Meditaionsretreat mit Devin Ahamer

Dieses Jahr habe ich mich statt großen Feierlichkeiten oder Urlaub über Neujahr für eine Reise in mein Innerstes entschieden – klingt lustig, ist aber so. Und nein, es handelt sich dabei nicht um eine Darmspiegelung zum neuen Jahr. Im Gegenteil: statt Geschrei gab es vor allem Ruhe und Besinnung. Ich habe nämlich bei einem Meditationsretreat in Vorarlberg teilgenommen.
In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder meditiert und mir wissen um die “Kraft der Meditation” angeeignet. In Vorarlberg habe das Ganze nun auf die Spitze getrieben und eine alte buddhistische Meditationstechnik namens „Vipassana“ erlernt. In den über 100h Praxis wurden die ersten 9 Tage auf jegliche Kommunikation verzichtet und nur 2x pro Tag gegessen.

Wieso tut man sich einen Mental Retreat freiwillig an?

Vor 4 Jahren, bei meinem ersten Kurs, war ich durch reine Selbstoptimierung motiviert. Ich wollte mir damals selbst beweisen, dass ich 10 Tage Schweigen + nonstop Meditation durchziehen kann. Ich war unglaublich fasziniert von den Erfahrungsberichten von Kursteilnehmern im Internet. Dort wurde von ekstatischen Glücksgefühlen, geschärften Sinnen und einschneidenden Lebenswandeln nach dem Kurs berichtet. Als Anfang 20er, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, war ich davon schwer angetan und zögerte nicht lange, mich für einen Kurs anzumelden.
Anfängliche Bedenken von Familie, Freunden und mir selbst, dass das alles richtig esoterisch und “sehr nach Sekte” klingt, haben sich direkt mit der Ankunft am Kursgelände verflüchtigt: Ganz normale Leute, keine Gehirnwäsche. Nur Meditation, Meditation und Meditation. Im Detail: Über 10h sitzende Meditation mit geschlossenen Augen. Dazwischen ab und zu Essen und ein kleiner Spaziergang.
Ablenkungen werden durch Verzicht auf Kommunikation, Abgabe des Handys und alleiniger Fokus auf Meditation auf ein Minimum reduziert. Dadurch habe ich ganz schnell gemerkt, welch intensives Gedankenkarussell meinen Kopf verdreht, und wie wenig dieses mit der Außenwelt zusammenhängt. Alles nur in meinem Kopf… “What’s in your head, in your head Zombie, zombie, zombie-ie-ie, oh…”

 

Sorry für den Ohrwurm.

 

Erste Erkenntnisse und Resultate

Ich habe gelernt, mich von außen zu betrachten. Aber nicht durch die Augen einer anderen Person, sondern mich selbst von außen zu beobachten. Ich habe gemerkt, wie schwierig es ist, eine Stunde zu meditieren, und wie oft ich den Fokus dabei verliere. Da merkt man erst, wie abgelenkt und meilenweit entfernt man manchmal von dem ist, was vor den eigenen Augen passiert. Wie hausgemacht und konditioniert viele (negative) Gedankenmuster sind… “…In your head, in your head, they are fighting.”

 

Nochmals… sorry.

 

In den 10 Tagen habe ich neben der Technik vor allem mich selbst besser kennen gelernt. Gelernt, dass man gedankliche Probleme wie Angst vor der Zukunft oder Bedauern der Vergangenheit nicht immer lösen muss, sondern einfach beobachten kann und ihnen damit die Macht nimmt.
Dass Unzufriedenheit und Langeweile oft davon stammen, nicht aufmerksam zu sein. Dass man durch Konzentration und Introspektion viele lähmende Muster erkennt und abschwächen kann.
Und dass sich Achtsamkeit wie ein Muskel durch gezieltes Training stärken lässt, was sich im Verlauf des Kurses definitiv bemerkbar gemacht hat.

 

Die Vergangenheit ist Geschichte, die Zukunft ein Geheimnis

 

Am Tag 10 war ich erstaunt darüber, wie problemlos eine Stunde meditieren geht und wie angenehm das Gefühl ist, nicht in Gedanken verloren zu sein. Ich wollte diese Erkenntnis unbedingt mitnehmen. Am Ende des Kurses wird einem nahegelegt, für mindestens eine Stunde pro Tag weiterzumachen, um den antrainierten Muskel nicht sofort wieder zu verlieren. Und schon hatte ich einen echten Neujahrsvorsatz.
Leider schaffe ich es nicht immer. Manchmal kürzer, manchmal gar nicht. Aber auch das ist eine Erkenntnis der 10 Tage: Es bringt nichts, sich fertig zu machen und zu zermürben. Im Gegenteil – ich freue mich über jede Sekunde, in der ich mich rückbesinnen kann.  Wie körperliches Training versuche ich, Meditation in meine tägliche Routine einzuplanen.

 

Fazit zum mentalen Deload und Meditationsseminar

 

Keiner meiner bisherigen Retreats war so intensiv, wie in den Erfahrungsberichten geschildert. Keine drogenähnlichen Rauschzustände, kein 24/7 Glücksgefühl durch plötzliche Erleuchtung und auch kein Zen – ähnlicher Gleichmut in jeder Lebenslage. Trotzdem versuche ich, jedes Jahr einen Kurs zu machen und täglich zu meditieren. Wieso? Weil es sich gut und richtig anfühlt. Weil ich das Gefühl habe, dadurch weiterzukommen und ein Tool bekommen habe, um mit mir, meinen Erfahrungen und meinen Mitmenschen besser klar zu kommen.
Es geht für mich um intensives Wahrnehmen ohne Ablehnung oder Anklammerung. Kurz gesagt: Ich möchte mich spüren. Und dabei hilft mir Meditation.
Zeit, Interesse und eine brauchbare Technik sind alles, was man braucht. Egal ob mit App, Anleitung aus dem Internet oder gleich einem 10 Tageskurs: Die Erfahrung muss man selbst machen. Und wenn man sie gemacht hat, kann man entscheiden, ob es einem Wert ist, den Weg weiterzugehen. So wie ich…
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